Wandertag auf Klassenfahrt – mit Erfolgsgarantie

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Was wäre eine Klassenfahrt ohne Wanderung? Das Schöne daran: Sie ist überall, zu jeder Zeit und bei unterschiedlichsten Voraussetzungen durchführbar und kann individuell auf jede Kindergruppe abgestimmt werden. Eltern freut, dass Wanderungen kostenlos oder zumindest sehr günstig sind und die Schüler halten ihre müden Knochen auf Trab, während sie der Natur auf der Spur sind.

Ein Mädchen macht Pause beim Wandertag

Erfahren Sie, wie Sie sich als Lehrer oder Lehrerin ideal auf den Wandertag vorbereiten können.

Warum sind Wanderungen eine wertvolle Schulveranstaltung?

Wanderungen gelten im Lehrplan als außerschulische Aktivität, auf die sich Schüler sogar dann freuen, wenn sie eigentlich keine Lust auf Bewegung haben. Die freie Zeit mit Freunden außerhalb der Schule erfreut dann doch die Gemüter. Kein Wunder, dass die Wanderung auch bei Klassenfahrten der Ausflugsklassiker schlechthin ist.

Was macht Wanderungen so sinnvoll?

  • Natur statt TikTok: die Schülerinnen und Schüler werden für eine Weile von mobilem Internet und Chill-Modus getrennt sein, doch am Ende des Tages wirkt sich der Offline-Modus gut für Körper und Geist aus. Es ist wohltuend, den Kopf frei zu bekommen – weit weg von Betonschluchten und Verkehrschaos.
  • Raus aus dem Alltag: Wandern heißt auch, mal rauszukommen aus dem Schulalltag und Neues sehen & erleben.
  • Fitness: Wanderungen bedeuten körperliche Bewegung, die den jungen Menschen einen gesunden Ausgleich bietet. Viele Schülerinnen und Schüler powern sich gern aus.
  • Fein- und Grobmotorik: Wandern fördert die Fein- und Grobmotorik der Schüler, insbesondere wenn in den Pausen weitere Bewegungsspiele durchgeführt werden.
  • Umweltbewusstsein: Krabbelkäfer und Flussfische leben in einem Lebenskreislauf, den die Schüler genauso kennenlernen wie das Zusammenspiel von Mensch und Natur. Gerade für Lehrer der Biologie oder des Heimat- und Sachunterrichts entfalten sich auf Wanderungen spannende Lernräume, die mit dem Gruppenerlebnis kombiniert werden. Solche Wanderungen bieten sich auf einer umweltfreundlichen Klassenfahrt an.
  • Gemeinschaftsgefühl: Gemeinsame Erlebnisse stärken das Teamgefühl der Schülerinnen und Schüler.

7 Ideen für den Wandertag

Bieten Sie verschiedene Wanderungen zur Auswahl, lassen Sie die Klasse abstimmen und arbeiten Sie gemeinsam die Details aus. Diese Ideen kommen in der Regel gut bei Kindern und Teenagern an:

  • 1. Sportliche Wandertage: Warum den Wandertag nicht zu einer Fahrradtour oder einer Schlauchboot-Fahrt umgestalten?
  • 2. Stadt-Wanderungen: Verbinden Sie die Wanderung mit einer Stadtführung! So können sich die Kinder bewegen und zugleich Wissenswertes über einen Ort erfahren.
  • 3. Winter-Wanderungen: Im Winter haben Wandertage einen ganz besonderen Reiz, wenn die Kinder nach einer Schneeballschlacht mit einem warmen Tee gemütlich beisammensitzen.
  • 4. Projekt-Wanderungen: Wanderungen können auch mit einem konkreten Lehrauftrag verbunden werden. Lassen Sie die Kinder Blätter sammeln, Pflanzen bestimmen oder Waldtiere zeichnen. Auch ein gemeinsam gebautes Wasserrad oder eine Wasser-Filteranlage können spannende Projekte auf einem Wandertag sein.
  • 5. Escape-Rooms: Wenn nicht gewandert, aber viel gerätselt werden soll, bieten sich Escape-Rooms an. Diese gibt es inzwischen in fast allen großen Städten.
  • 6. Picknick: Man glaubt es manchmal kaum, wie gern Kinder essen. Wer ein Picknick organisiert, wird von den Kindern für diese Idee gefeiert werden.
  • 7. Wandertagebuch: Egal, was die Klasse gemeinsam unternimmt, lassen Sie die Kinder ein Wandertagebuch schreiben. Dieses beinhaltet Fragen, welche von den Kindern beantwortet werden sollen.

Die wichtigsten Wanderregeln für Schulklassen

Für einen komplikationsfreien Ablauf und um ein Verlaufen zu vermeiden, müssen Wanderführer über entsprechende Ortskenntnisse verfügen und die Wanderroute optimalerweise bereits abgelaufen haben.

Diese Wanderregeln sollten Lehrerinnen und Lehrer beherzigen:

  • Amtliche Bekanntmachung der Schulbehörde beachten
  • Ein passendes Programm erstellen
  • Teilstücke abschätzen und Rastorte ausfindig machen
  • Spiele einplanen
  • Ggfls. einen Lehrauftrag geben (Fotoprojekt, Naturquiz, Beobachtungen, Skizzen der Umgebung, usw.)
  • Zusätzliche Begleitpersonen einspannen
Ein Grundschüler klettert auf einen Baum

Um ein Quengeln der Schüler zu vermeiden, sollten sie den Zielpunkt der Wanderung kennen. Bei Wanderungen auf Klassenfahrten können sich Lehrpersonen Unterstützung vor Ort holen. Die Herbergseltern, Förster oder erfahrene Einheimische helfen gern weiter.

Checkliste: Wanderung richtig vorbereiten

  • Genehmigung zum Wandertag von der Schulleitung einholen
  • Elternabend organisieren und die Eltern informieren (Kosten, Wanderroute, Beginn, Ende)
  • Fachlehrer informieren
  • Begleitpersonen finden
  • Für Besichtigungen oder Führungen den Umfang mit dem Wanderführer absprechen
  • Ggfls. zusätzlichen Lehrauftrag planen
  • Mit den Kindern die Verhaltensregeln besprechen
  • Den Kindern ein Liste für die notwendige Ausrüstung und Kleidung austeilen

Wandertags-Richtlinie: Wie lang darf die Strecke sein?

Je nach Alter der Schulkinder unterscheiden sich die Strecken, die man gut mit ihnen meistern kann. Gerade das Wandern mit Grundschülern ist nicht einfach, denn die Schülerinnen und Schüler der Klassen Eins bis Vier müssen bei der Stange gehalten werden, was am besten mit abwechslungsreichen und spannenden Wanderrouten zu bewältigen ist.

Tipp: Themenbezogene Wanderungen wie beispielsweise „Leben im Wattenmeer“ oder „Die Arbeit des Jägers“ lassen einen erlebnispädagogischen Wert erkennen. Die Dauer des Wandertages sollte zuvor jedoch mit einer Faustformel abgeschätzt werden: Die gesamte Wanderstrecke in km ist ungefähr so lang wie das Alter der Schüler in Jahren. Pro Stunde schaffen Schüler ca. 4 km. Das bedeutet: Mit zwölfjährigen Schülern wäre eine Wanderdistanz von 12 km optimal. Inklusive Pausen (jede Stunde 10 bis 15 min.) rechnet der beaufsichtigende Lehrer großzügig mit einer vierstündigen Wanderung.

Grundschul-Gruppe am Wandertag

Wanderkarte als Must-have auf Wandertagen

Auch wenn die Strecke via Smartphone gesteuert werden kann, sind Wanderkarten essentiell für einen Wanderausflug. Die Kinder können das Kartenlesen learning-by-doing verinnerlichen. Beauftragen Sie zum Kartenlesen verschiedene Schülergruppen, um mit Verantwortung und Organisationsgeschick die Gruppe zu leiten.

Eine gute Wanderkarte gibt Informationen über alle bekannten Wege auf einer topographischen Höhenkarte. Ist der angepeilte Wanderweg ein Feldweg, Teerweg, Wiesenweg, ein Weg mit Betonspur oder Schotter? Markierungen auf den Wegen zeigen außerdem den Schwierigkeitsgrad an. Wanderkarten mit derartigen Informationen mit dem gewöhnlichen Maßstab von 1: 25 000 bis 1: 50 000 gibt es seit über 150 Jahren und werden auch in Zukunft nicht von elektronischen Karten verdrängt werden.

Welche Wanderkarten sind verlässlich?

Wanderkarten von Kompass und Freytag&Berndt haben sich im deutschen Raum bewährt, für die Alpen sind die Karten des Alpenvereins das non plus ultra. Auch gibt es Karten auf Basis von OpenSource-Kartenmaterial, die der Qualität von amtlichen Gebrauchskarten oder Karten von spezialisierten Verlagen in nichts nachstehen. Diese Wanderkarten sind jedoch nur online abrufbar. Beispiele hierfür sind die Wanderreitkarte und 4Umaps.eu.

Wandertag-Checkliste: Welche Ausrüstung sollten Lehrer*innen einpacken?

  • Rucksack
  • Wanderkarte
  • Smartphone
  • Heft mit (Notfall)-Telefonnummern
  • festes Schuhwerk und passende Bekleidung
  • Mütze
  • Sonnencreme
  • Kompass und Höhenmesser
  • Hinreichend Verpflegung und Getränke
  • Müllsäcke
  • Rucksackapotheke
  • Trillerpfeife
  • Taschenmesser
  • Geld
  • Digitalkamera
  • Toilettenpapier
  • Schreibzeug

Brauchen Lehrer Genehmigungen oder Einverständniserklärungen für den Wandertag?

Ein Wandertag wird wie ein normaler Unterrichtstag behandelt, der mit einer Teilnahmepflicht einhergeht. Lehrer*innen müssen lediglich beachten, dass sie die Genehmigung für den Wandertag von der Schulleitung einholen müssen. Eine Einverständniserklärung von Eltern wird nur dann notwendig, wenn die Schüler zwischendurch „freien Ausgang“ haben, also beispielsweise einen Ort in Kleingruppen auf eigene Faust erkunden.

Falls auf dem Wandertag Fotos gemacht werden, braucht es die Einverständniserklärung der Eltern, insbesondere wenn die Bilder später veröffentlich werden sollen.

Genießen Sie die Wandertage auf Klassenfahrt!

Wenn Lehrpersonen einen Wandertag planen, machen sie häufig einen entscheidenden Fehler: Sie befragen nicht die Schüler. Dabei zeigt sich immer wieder, dass die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler deutlich steigt, wenn sie am Entscheidungsprozess beteiligt sind. Lehrer*innen sollten den Entscheidungs-Prozess daher begleiten und mit ihren Ideen und Erfahrungen unterstützen. Lassen Sie die Kinder auch selbst Programmpunkte auswählen und genießen Sie am Tag selbst den Ausflug mit der Klasse.


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